Navigation und Service

Neuigkeiten

VorOrt Der Riss durch die Welt

Die Besucher des VorOrt’s im Foyer des Schauspielhauses durften gestern, am 1.Advent eine sehr spannende Einführung in das Stück „Der Riss durch die Welt“ von Roland Schimmelpfennig erleben.
„Kann man Theater erklären? Kann man über Stücke schreiben? Ja, natürlich, man kann. Aber besser wäre doch: das Theater spricht für sich selbst“, meint Roland Schimmelpfennig, derzeit meistgespielter deutscher Gegenwartsautor.
Ein Unternehmer und seine Ehefrau, eine junge Künstlerin und ihr Assistent. Ein Wochenende in einer Villa ohne Mobilfunknetz, die Aussicht ist umwerfend, die Getränke sind reichlich, die Gespräche … zäh. In 170 Fragmenten, die teilweise nur aus einem Satz bestehen, rekonstruieren die Figuren samt Haushälterin Maria, „die einzige, die wirklich arbeiten muss“, das gemeinsam verbrachte Wochenende – und dessen Krisen.

Ausgangspunkt des Stücks sind die zehn alttestamentarischen Plagen – die durch das Gespräch und die Fantasien der Figuren geistern. Dabei wechseln sich Dialog und deskriptive Betrachtungen ab. So entsteht keine Chronologie, und erst am Ende des 3. Aktes setzen sich die einzelnen Puzzlesteine zusammen und man versteht „das große Schweigen“, erläutert Ulrike Maack (Regie). „Wir hören dem Autor zu und bei den Zuschauenden entstehen Bilder im Kopf ähnlich der Lektüre eines Romans.“ Ob das unbestreitbar gegenwärtige Desaster in der Unüberbrückbarkeit der Lebenswelten der Beteiligten, in ihren geheimen (Alb-)Träumen oder im aktuellen Zustand der Welt besteht, liegt allerdings zwischen Weingläsern und Austern begraben.

Eine wahrlich anregende Stunde unter der profunden Leitung von Ella Marie Schilling (Dramaturgie). Regie führt die in Kiel bestens bekannte Ulrike Maack, die bekennt: „Fan wider aller Erwartung von Schimmelpfennigs Sprachpoesie“ geworden zu sein. Außerdem beteiligt: Schauspielerin Anne Rohde (Sophia) und ihre Kollegen Immanuel Humm (Tom) und Tristan Steeg (Jared). Herzlichen Dank an alle!

Ein wahres Schimmelpfennig Wochenende steht Kiel bevor:

Premiere „Der Riss durch die Welt“ (10.12., 20.00 Uhr Schauspielhaus).
Uraufführung seiner Neufassung des Librettos von Mozarts “Die Zauberflöte“ (11.12., 19.00 Uhr, Opernhaus) und seiner Weihnachtsmärchen-Überschreibung „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ (12.12. um 14.30/ 18.30 Uhr, Opernhaus).

Noch dazu stellt der Autor seinen neuen Roman vor (12.12., 11.00 Uhr, Foyer Opernhaus).